Was ist REPMUS überhaupt?
REPMUS steht für Robotic Experimentation and Prototyping with Maritime Unmanned Systems. Die mehrwöchige internationale Übung fand 2026 vom 31. August bis 25. September in Troia, Portugal, statt. Nach Angaben von armasuisse nahmen mehrere tausend Personen aus mehr als 30 Ländern teil. Ziel ist nicht eine klassische Produktmesse, sondern das Testen autonomer und unbemannter Systeme in realitätsnahen maritimen Szenarien.
Die Schweiz war mit fünf Industriepartnern vertreten
armasuisse Science and Technology übernahm zum zweiten Mal die nationale Leitung des Schweizer Teams. Mit dabei waren Ascento, Avientus, CDDS, Tethys Robotics und Xer Technologies. Die Unternehmen decken unterschiedliche Bereiche ab: autonome Sicherheitsrobotik, VTOL-Drohnen, Abfangdrohnen, Unterwasserroboter und langfliegende hybride unbemannte Luftsysteme.
| Schweizer Partner | Schwerpunkt bei REPMUS |
|---|---|
| Ascento | autonome Sicherheits- und Infrastrukturüberwachung |
| Avientus | Mehrzweck-VTOL-Drohne für Logistik und Aufklärung |
| CDDS | autonome Abfangdrohnen gegen Luftbedrohungen |
| Tethys Robotics | Unterwasserroboter für Minen- und Kampfmittelaufgaben |
| Xer Technologies | langfliegende hybride UAS für maritime ISR und Sensorik |
Sieben operative Schwerpunkte der Übung
REPMUS 2026 konzentrierte sich laut armasuisse auf sieben Felder: maritime Minenabwehr, schnelle Umweltanalyse, Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur, Aufklärung und Hafensicherheit, Führung und Kommunikation, Abwehr unbemannter Systeme und elektronische Kampfführung sowie Schwarmoperationen. Entscheidend ist, dass diese Systeme nicht isoliert getestet werden, sondern gemeinsam Informationen austauschen und Aufgaben verteilen müssen.
Warum STANAG 4817 so wichtig ist
Ein technischer Schwerpunkt war die Erprobung des NATO-Standards STANAG 4817. Vereinfacht gesagt soll er ermöglichen, dass Drohnen und Roboter unterschiedlicher Hersteller und Nationen ihre Position und Missionsdaten in kompatibler Form melden können. Ohne solche Standards entstehen Insellösungen: Ein System kann technisch leistungsfähig sein, aber im multinationalen Einsatz nicht sauber mit anderen Plattformen zusammenarbeiten.
Unterwasserinfrastruktur wird zum eigenen Sicherheitsfeld
Ein Schwerpunkt war der Schutz von Unterseekabeln, Pipelines und Energieanlagen. Moderne Volkswirtschaften hängen stark von Glasfaserkabeln und Energieverbindungen am Meeresboden ab. Autonome Systeme können große Flächen überwachen, Auffälligkeiten erkennen und menschliche Teams dorthin schicken, wo tatsächlich eine Untersuchung nötig ist. Das senkt nicht nur Kosten, sondern kann auch Risiken für Taucher reduzieren.
Was Tethys Robotics demonstrierte
Das Schweizer Unternehmen Tethys Robotics zeigte mit seiner Tethys-ONE-Plattform die Kette vom Suchen über Identifizieren und Klassifizieren bis zur Neutralisierung von Minen und anderen explosiven Gefahren. Besonders relevant war die Zusammenarbeit mit anderen unbemannten Plattformen über standardisierte Schnittstellen. Der Nutzen liegt darin, gefährliche Aufgaben möglichst weit von menschlichen Tauchern wegzuverlagern.
Schwärme sind mehr als viele Drohnen gleichzeitig
Bei Schwarmoperationen geht es darum, dass mehrere Luft-, Oberflächen- oder Unterwassersysteme koordiniert eine Mission ausführen und Aufgaben mit möglichst wenig menschlicher Einzelsteuerung verteilen. Der technische Engpass liegt nicht nur in Flug- oder Fahrleistung, sondern in Kommunikation, Kollisionsvermeidung, Aufgabenverteilung, Störfestigkeit und kontrollierbarer Autonomie.
Was die Schweiz aus solchen Übungen gewinnt
Für armasuisse ist der wichtigste Nutzen die Rückmeldung aus realitätsnahen Tests und die internationale Vergleichbarkeit. Schweizer Firmen erhalten Zugang zu Anwendern, sehen, wie ihre Systeme in gemischten Verbänden funktionieren, und können Schwachstellen früher erkennen. Für den Bund entsteht gleichzeitig ein besseres Bild davon, welche Technologien reif genug sind und wo Standards oder Forschung noch fehlen.
Fazit
REPMUS 2026 zeigt, wie schnell sich maritime Robotik von einzelnen Drohnen zu vernetzten Systemen entwickelt. Für die Schweiz ist besonders relevant, dass kleine und spezialisierte Firmen in einem internationalen Umfeld testen können. Der Wettbewerbsvorteil entsteht dabei nicht nur durch ein leistungsfähiges Fahrzeug, sondern durch sichere Vernetzung, Interoperabilität und robuste Autonomie.
